Dorfbuben

von Friedrich Schoppenhorst*1848

 

Ja, das waren so Helden, diese Jungens. Da war Kipps Heine, ging zu Grunde am Alkoholgenuß als er schon verheiratet war. Buddemeiers Heinrich flüchtete nach Amerika mit einem Mädchen, das er heiraten wollte und die Eltern nicht wollten. Schappen Herm wurde später ein berüchtigter Räuber, stahl alles, Pferde, Kühe , Butter und endete im Zuchthause. Schappen, Fritz eine getreue Seele  fiel beim Sturm auf die Düpplerschanzen. Ferlemanns Mösken fiel ebenfalls vor Düppel. Da war noch der Mügen Heine, der Schustersohn, der jetzt noch lebende Weddendorf im Dorfe. Dann war noch Stapels Wülmken, Sohn des Schneiders Stapel. Das waren so die Helden im Dorfe, auch Schoppenhorsts Heine (64) zählte dazu, Sohn des Großimkers Schoppenhorst (37), meines Vaters Vetterssohn. Trotz der schmalen Küche in fast allen Familien schlugen die Burschen doch oft über die Stränge. Der damalige Pastor Lenhartz hatte auch eine Reihe Söhne und stellten mit den Dorfbuben alles mögliche auf zum Gaudium  und Belustigung der übrigen Ladberger Welt. Der Pastor hatte trotz seiner Strenge keine rechte Zucht in seine Buben. Pastors Jungens waren in der Gemeinde sehr bekannt, sogar darüber hinaus, aber nicht gerade beliebt. So stand's um die Zeit von 1850-1860.

 
Willy Schoppenhorst hat diese Bilder von Ladberger Veteranen aus den Kriegen 1864, 1866 und 1870/71 gemacht