Auszug aus dem Buch von Arnold Kohnhorst

Er wurde mir von Hans Stapel Ladbergen zugeschickt

     

Von einem Ratsherrn Johann Konhorst (1690—99) liegt ein Siegel­abdruck im Stadtarchiv vor, der die verschlungenen Buchstaben J. K. H. zeigt. Der vorstehend erwähnte Jacob Conhorst ist am 5. 5. 1594 Zeuge in einer Auseinandersetzung zwischen Johan Berleman und Peter Berleman (v. Korffsches Archiv).

Aul Seite 43 Erg.Bl. Zeile 5 war es dahingestellt, ob der Schwiegervater des Jacob Con­horst auch ein Vogt namens Stapel wäre. Es ist anzunehmen, denn in Ladbergen ist das Amt des Vogtes durch viele Generationen vom Vater auf den Sohn übergegangen. Am 23.9.1550 tritt als Zeuge bei einer Bauernsprache zu Lattbergen an Berlemans Heide betreff Zugehörigkeit eines Heideplackens mit Holzung zu Berlemans Erbe Herman, Foget to Latt­bergen, auf. Er könnte der Vater der Frau des Jacob Conhorst sein. Der nächste benannte Vogt zu Lattbergen ist Anthonissen (22. 5. 1588), an anderer Stelle auch als Tonnies Stapel geführt. Unter dem 5. 5. 1594 schreibt dieser:

Ich bekenne, Ich Tonnies  S t a p e 11 mit  außer  qintantie  daß  ich entfangen  habbe von Peter Koenhorst,  Itziger Berleman zu Ladtbergen im Jahr als man

schrief — 93 — 20 Rtthl.

undt im Jahr — 94 — 20 Rtthl.

undt noch im Jahr — 95 — 20 Rtthl.

Die Namen der folgenden Vögte waren Gerd Stapel (von 1606 bis etwa 1655), nach­folgend Konrad Stapel, während wir um 1742 den Vogt Strücker vorfinden. Es hat nicht den Anschein, als ob die Vögte Stapel in Ladbergen ein gerechtes Regiment ausgeübt haben, denn aus den Berlemann - sive - Hüismamtschen Akten des v. Korffschen Archivs geht hervor, daß sie trotz naher Verwandtschaft mit Berlemann diesem doch arg zugesetzt und an­scheinend dem Peter Koenhorst für mehrere Jahrzehnte den Hof Berlemann zuge­schanzt haben. Es muß daraus geschlossen werden, daß ihnen die Verwandtschaft mit der Sippe Koenhorst einträglicher erschien. Peter Koenhorst muß wohl der Bruder des Jacob Koenhorst gewesen sein, denn wenn Jacob bereits am 5. 5. 1594 als Zeuge in der Auseinandersetzung auftritt und Peter Koenhorst bereits vom Jahre 1592 an jährlich 20 Rtthl. an den Vogt zu zahlen hat, so verbirgt sich unter Peter Berleman eben in diesem Falle besagter Bruder Peter Koentoorst und Tonnies Stapel, Vogt von Ladbergen, ist der Schwager des Jacob Koenhorst.

Von der nächsten Generation („C") ist wenig zu erwähnen, es sei denn, daß Peter Konningh (Kondink), der Vater der Oatharina K o n i n k, verheiratet am 14.8.1615 mit dem Colon Conhorst, am 22. 5. 1588 in einer Urkunde bestätigt, daß er dem Berleman - sive Hülsman 40 Th. geliehen habe. Weitere Nachrichten liegen nacht vor.

Tafel 2 VI. Anna Elisabeth Buchschulz geb. Konhorst stirbt am 11. 10. 1844 als Witwe des Hautboisten Georg Buchschulz im Alter von 73 Jahren an Altersschwäche und hinterlaßt vier großjährige Kinder. (Sterberegister Burgsteinfurt.) Von den Nachkommen konnte nichts in Erfahrung gebracht wenden. Am 24. Mai 1831 war eine Auseinandersetzung erfolgt über den Nachlaß des Krämers Wilhelm Konhorst aus dein Dorfe, des Bruders der Witwe Buch­se h u l z, des Tagelöhnere Johan Heinrich Konhorst aus Neuenhaus und des Jägers Adolph Konhorst aus Nordhorn. Dabei wurde eine Wiese (Amtmanns Zuschlag) für 265 Thaler an den Neubauer Wilhelm Schoppenhorst und seine Schwester Elsabein, verehelichte Schneider Wilhelm Hünefeld im Dorfe verkauft.

Hin und wieder tauchen noch in näherer und weiterer Umgebung Ladbergens Namens­träger Konhorst auf — in den Heirats- und Sterberegistern anderer Gemeinden —, von deren Verbleib bisher nichts bekannt war. Eine systematische Durchsicht dieser Register wird viel­leicht später noch manche Unklarheiten aufhellen können.