Einführung

Mein Vater hat mir gelegentlich etwas über unsere Vorfahren erzählt. Ich fand das sehr interessant und habe ihm als Kind begierig zugehört. »Wenn ich mal pensioniert bin, werde ich alles, was ich über unsere Familie weiß, aufschreiben«, beendete er seine Erzählungen. Aber als es soweit war, hat er es nicht gemacht. Doch er hat sein ganzes Leben lang Material gesammelt.

Als sein Erbe nach seinem Tod unter uns drei Geschwistern aufgeteilt wurde, war da ein großer Stapel Akten mit alten Handschriften, schwer lesbaren Blaupausen, zahlreichen Bildern von alten Ladbergern, Hunderte von Negativen von alten, bereits abgerissenen Fachwerkhäusern und lose Blätter mit halbfertigen Stammbäumen. Alles kaum geordnet, schlampig zusammengeheftet, eigentlich ein großes Durcheinander. Keiner wollte das haben, auch ich nicht. Aber dann überlegte ich, vielleicht habe ich als Rentner die Muße, da mal rein zu schauen, nahm es mit nach Berlin und packte es so wie es war in einen Schrank im Keller. Da blieb es zwanzig Jahre liegen.

Als ich meine erste Homepage über unsere Praxis machte, kam mir die Idee, nachzuschauen, ob es eine Homepage mit dem Namen www.schoppenhorst.de gibt. Diese Domain, wie man so etwas nennt, war besetzt, aber die Webseite dazu war leer. Die Rechte auf diese Domain besaß Wolfgang Schoppenhorst, Unternehmensberater mit Sitz in Berlin und Ladbergen. Das konnte nur mein Vetter aus Ladbergen sein, zu dem ich keinen Kontakt hatte, weil unsere Eltern miteinander zerstritten waren.

Monatelang habe ich bei www.schoppenhorst.de nachgeschaut, ob sich da etwas getan hat. Aber die Webseiten blieben leer. Da jede Domain über eine E-mail Adresse verfügt, schickte ich Wolfgang eine Nachricht, erhielt aber keine Antwort. Wieder vergingen Monate, es passierte nichts bis eines Tages diese Domain freigegeben wurde. Sofort habe ich die Rechte auf diese Domain gekauft.

Nun hatte ich die Möglichkeit, eine Homepage zu gestalten, die den Namen Schoppenhorst tragen sollte. Aber was sollte ich hineinschreiben? Ich hatte kein Geschäft, ich hatte nichts zu verkaufen und ich hatte der Welt nichts mitzuteilen. Bei diesen Überlegungen erinnerte ich mich an den Nachlass meines Vaters in unserem Keller. Ich fing an, in den alten Akten zu stöbern. Als Erstes fand ich eine vollständige Abschrift der »Chronik« meines Urgroßvaters Friedrich Schoppenhorst, dem Gründer der Kunsttischlerei in Ladbergen, dazu die Seiten seiner »Lebensgeschichte, die sein Sohn aufgeschrieben hatte. Das war doch etwas, was zwar nicht wichtig war, aber ich konnte mir vorstellen, dass das Leben meines Großvaters den einen oder anderen von denen, die den Namen Schoppenhorst tragen, interessieren würde. Die »Chronik« von Friedrich* 1848 fand so ihren Weg ins Internet.

Leider fand ich in dem Aktenmaterial nichts Geschriebenes über das Leben weiterer Schoppenhörster. Dabei hätte mich interessiert, was meine Großonkel als Soldaten im ersten Weltkrieg erlebt haben, oder warum mein Urgroßvater seine Frau so spät geheiratet hatte. War diese Ehe nur aus Vernunftsgründen geschlossen worden, weil sie Geld hatte und aus einer angesehen Familie stammte. Welche Streiche hatten meine Vorfahren in der Kindheit, welche Spiele haben sie gespielt, wie verbrachten sie ihre Freizeit, wie war es mit der ersten Liebe. Das interessierte mich brennend, aber gefunden habe ich nichts darüber. Obwohl meine Vorfahren keine bedeutenden Leute gewesen sind, hätte es mich interessiert, viel über deren Leben zu erfahren.

Ich versuchte das Leben meinen Verwandten auszukundschaften, von Onkel Hinnerk und Hans von Hölter 13, von Christel und Fritz und meiner Patentante Lydia von der Kattenvenner Straße und von den anderen Schoppenhörstern am Telgter Damm. Dabei hatte ich auf Unterstützung meiner Großtanten gehofft, die alle Schoppenhörster, die Ende des 19. Jahrhundert und im 20. Jahrhundert in Ladbergen geboren worden sind, persönlich kannten. Aber es gelang mir nicht, hier Kontakte zu knüpfen, obwohl ich es versucht habe.

Anders war es mit den Amerikanern. Sowohl Jane Denny (ihre Urgroßmutter war eine geborene Schoppenhorst) , A. S. (will namentlich hier nicht erwähnt werden), als auch Cathie Schoppenhorst, deren Email Adressen ich im Internet fand, waren sofort bereit, mich bezüglich der Ahnenforschung zu unterstützen. Ohne die Hilfe von Jane Denny hätte ich die Ahnenlist nie zustande gebracht. Doch Geschichten aus ihrem Leben oder aus dem ihrer Angehörigen wollten sie mir nicht überlassen.

So konnte ich das, was ich machen wollte, möglichst viele Geschichten von möglichst vielen Schoppenhörstern aufzuschreiben, letztlich nicht erreichen. Die Geschichten beschränken sich deswegen auf meine nahe Verwandtschaft: Es sind die Geschichten, die mir von den Betroffenen selbst erzählt wurden oder von Ihnen aufgeschrieben wurden.

 

Für die Abbildungen aus dem Buch „Ladbergen" habe ich durch das Telefonat mit Herrn Herrn Eversmeier, KLR-Verlag Lengerich am 01. März 2010 die Erlaubnis erhalten, sie hier zu veröffentlichen.

Für die Abbildungen von Willi Untiet aus dem Buch „Ladbergen" habe ich durch das Telefonat am 1. März 2010 die Erlaubnis erhalten, sie hier zu veröffentlichen.

Die Genehmigung des Fotografen Hilge aus Ladbergen, aus dem Buch Ladbergen und aus der Sammlung mit Negativen mit Ladberger Motiven meines Vaters Martin Schoppenhorst*1913, die Fotografieren des Fotografen hier zu veröffentlichen, erhielt ich am 24.April 2008 in seinem Geschäft.