Auswanderung

 

Mein Vater hatte bis zu seinem Tode etwas Ahnenforschung betrieben. Als etwa Mitte des 19. Jahrhunderts etwa ein Drittel der Bewohner von Ladbergen wegen einer Hungersnot* in Ladbergen in die USA ausgewandert sind, müssen Mitglieder der Familie Schoppenhorst dabei gewesen sein. Das blieb für ihn eine Vermutung, da es ihm trotz zahlreicher Besuche bei Nachfolgern ausgewanderter Ladberger in Nordamerika (z. B. New Knoxville** in Ohio), nicht gelang, dort einen Schoppenhorst zu finden.

 

Einige Ladberger (vor allem die evangel. Kirche Ladbergen) haben noch Kontakte zu den Enkeln ausgewanderter Ladberger in den USA. Aber wie Herr Apitz, ein Mitarbeiter der evang. Kirche, sagt, sind nach seinem Wissen nirgendwo Schoppenhörster dabei.

 

*(Wie unendlich arm die Menschen im 19. Jahrhundert in Ladbergen gewesen sind, beschreibt Friedrich Schoppenhorst*1848 (89) in seiner Chronik in zwei Geschichten: Unsere Torfgräber und Mein Freund Heinrich Maneke.)

Das Segelschiff "Fridjof Nansen" (alias "Bremen" aus der ARD-Serie "Windstärke 8") rechts unten wurde von mir in Lübeck im August 2005 aufgenommen. Mit solchen Schiffen segelten die Auswanderer aus Europa im 19. Jahrhundert in die Neue Welt. (Bitte Bild anklicken.) 

Die Bilder aus "New Knoxville" (oben links) sind aus www.newknoxville.com  

Der Grabstein in Missouri USA von Fredericka Schoppenhorst (74) rechts unten) ist aus: www.rootsweb.com/in 

 

 

Aber meine Eltern lernten die Eltern des Astronauten Armstrong (erster Mensch auf dem Mond) kennen, dessen Vorfahren mütterlicherseits aus diesem New Knoxville bzw. aus Ladbergen kommen. Friedrich Kötter aus Ladbergen/Overbeck ist dorthin 1864 ausgewandert. Armstrong besitzt in der Nähe von New Knoxville eine Farm. Dietmar Kötter, der Wirt der Gaststätte Gasthof "Up de Birke, meine alte Stammkneipe, ist ein Nachkomme vom o.g. Friedrich Kötter.

 

Herrn Armstrong haben meine Eltern trotz einiger Besuche bei seinen Eltern nie kennen gelernt. Er wurde einmal zur Einweihung des Flughafens Münster/Osnabrück zu einem Besuch nach Ladbergen eingeladen, aber da er dafür 10 000 Dollar haben wollte, haben die Ladberger auf seinen Besuch verzichtet.

 

 

 

**Warum New Knoxville und nicht Neu Ladbergen? Die Gründer des Dorfes lehnten den Namen "Neu Ladbergen" ab, weil ihnen in Ladbergen soviel Unglück widerfahren war, schreibt Friedrich Saatkamp in (1).  Friedrich Schoppenhorst*1848 schreibt dagegen in der Zeitung "Heimatglocken" Nr.6 1915, dass die Ladberger sich beim Kauf des Landes von einem Herrn Veitel verpflichten mussten, den neuen Ort "Knox-Ville" zu nennen, da die Frau des Herrn Veitel eine geborene Knox war. Später wollte man dann doch den Ort in "Neu-Ladbergen" umtaufen.  Dann erinnerte man sich daran, dass in Ladbergen seit vielen Jahren kein Fortschritt stattgefunden habe. Da New-Knoxville aber ein Ort des Fortschrittes sein sollte, behielt man den Namen "New Knoxville".

Hier in New Knoxville gibt es heute noch Dorfbewohner, die das  gleiche Plattdeutsch sprechen wie es jetzt noch in Ladbergen gesprochen wird.